URBAN ACADEMY - Pulli

Der Puls der Großstadt ist anstrengend und manchmal unberechenbar, aber er kann grooven. Auch, oder gerade, wenn sich die Rhythmen dabei überlagern und konkurrieren. Es ist dieses Phänomen, das das junge Hamburger Bandkollektiv Urban Academy fasziniert und seinen Sound und Groove inspiriert. Zwischen Indie-Jazz, Urban Funk, Hip-Hop und Outta Space haben die Musiker einen eigenen Stil kreiert, in dem sie ihr Debut Pulli ein- gespielt haben. Als Maxime stand dabei nicht Perfektion, sondern Überraschung. Urban Academy wollen in ihrer Musik bewusst mehr Fragen aufwerfen als beantworten.

Weite Abschnitte des Albums sind collagenhaft gestaltet, so, wie sich die Eindrücke eines Stadtbummels mit ineinander ver- schmelzenden Bildern aneinanderfügen. Man begegnet quirligem Straßentreiben und Touristengeschnatter ebenso wie dem Lärm vorbeirauschenden Verkehrs. Die Musik spiegelt die Facetten von der schmuddeligen Ecke bis zum Stadt-Wahrzeichen wider, indem sie Gegensätzliches und Sperriges auf humorvolle Art zu einem homogenen Flow verbindet. Pulli steht dabei für das, wo man gerne hineinschlüpft und sich sofort wohl fühlt, für ein geliebtes wie vertrautes musikalisches Zuhause. Der Lieblingspulli eben.

Die Musik kommt jung und unbeschwert daher und vermittelt die Haltung der Band, nicht alles bierernst zu nehmen. Urban Academys Sound ist pulsierend und experimentierfreudig. Ein souveräner wie verblüffender Umgang mit Klischees aus Funk und Fusion nimmt den Hörer mit auf die Reise durch das stilistisch changierende Ambiente. Urban Academy sind Meister des experimentellen Time-Feels und lassen die Hörer in ihrem Groove schwelgen und tanzen. Bei Konzerten setzen sie ihre köstliche Musik mit viel Energie und Humor in Szene, deren Funken sofort auf das Publikum überspringen, so geschehen etwa beim ELB- JAZZ-Festival 2015.

Weite Teile Pullis wurden von allen oder mehreren Mitgliedern des Band-Kollektivs gemeinsam komponiert und entwickelt. Den Nucleus bilden die Masterminds Silvan Strauss (Schlagzeug) und Bassist Daniel Stritzke, die das Album auch produziert haben, sowie Keyboarder Lukas Klapp. Die Einflüsse, die sie musikalisch mit Gitarrist Alex Eckert, Saxophonist Sebastian Wehle und Sängerin Lena Geue verbinden, reichen über Jazz und Hip-Hop zurück bis zum Herbie Hancock der frühen Siebziger und dem elektrifizierten Miles Davis. Ein modernes Freak-Out in Sachen Jazz und Hip- Hop also? Ach ja, auch Zappa wäre noch als Inspiration zu nennen...

Alle Musiker sind unter 30, haben aber bereits vielfältige professionelle Erfahrungen bei Tourneen, Studio-Sessions und Theaterproduktionen gewonnen. Auf die weitere Entwicklung der Projekte rund um Urban Academy darf man mit Sicherheit gespannt sein.

„Oh Gott, was können diese jungen Leute gut spielen heutzutage! (...) Am Sonnabend im Birdland zeigte der Schlagzeuger Silvan Strauss (...) mit seiner Band Urban Academy, welch faszinierenden Kosmos aus extrem komplexen, dabei überwiegend vorwärtstreibenden Rhythmen und Ideen er bewohnt. (...) Sie lässt sich höchst unzulänglich als eine springlebendige Erbin geistiger Vorfahren von den Temptations (...) bis zu den knochentrockenen Breakbeats des Hip-Hop beschreiben.“

Hamburger Abendblatt vom 22.06.2015 über ein Konzert im Hamburger Birdland

 

www.urbanacademy.de